Freitag, 16. Oktober 2015

Dankbar!

Jetzt habe ich schon lange nicht mehr hier geschrieben,
mal schauen, ob das überhaupt noch jemand liest...

Gerade sind wir alle fünf richtig krank. Ich kann mich nicht erinnern, je eine solche Grippe gehabt zu haben. Alle haben mehr oder weniger Fieber, Bronchitis und Mittelohrentzündung, Nebenhöhlen- oder Mandelentzündung... Der Kinderarzt hat schon angekündigt, dass die Minimaus ins Krankenhaus muss, wenn das mit den Medikamenten nicht klappt (sie spuckt sie lieber wieder aus...)
Es geht uns gerade also wirklich nicht gut - und gerade da fällt mir erst recht auf, wie dankbar wir sein dürfen!

Wir haben ein gemütlich warmes Haus mit Schränken voll kuscheliger Kleidung und weiche, warme Betten. Wir haben jederzeit Strom und warmes Wasser.
Wir müssen weder in viel zu kleinen Zimmern mit fremden Menschen schlafen, noch in kühlen Zelten auf unbequemen Pritschen oder noch schlimmer: unter freiem Himmel ohne überhaupt richtige Decken zu haben. Wir müssen auch keine Angst vor Bomben oder Überfällen haben.
Wir können zu Ärzten gehen (Ach nee, wir fahren ja sogar mit dem Auto hin!) und ihnen in unserer Sprache sagen was uns fehlt. Und das kostet uns nicht mal was. In der Apotheke bekommen wir alle Medikamente die wir brauchen, für die Kinder vollkommen umsonst und die für uns reißen auch kein all zu großes Loch ins Budget. Ich habe sogar das Gefühl, dass diese Leute, die ja schon irgendwie Geld mit unserem Leid verdienen, uns tatsächlich in erster Linie helfen wollen!
Wir müssen nicht abwägen ob der Weg zum Arzt zu gefährlich ist oder ob das letzte Geld nicht vielleicht besser in Reis investiert werden sollte. Wir müssen nicht in einem fremden Land mit unserem Kleinkind zu einem Arzt dessen Sprache wir nicht verstehen und umgekehrt, wo wir überhaupt nicht wissen, was uns erwartet.
Wir haben das große Glück, dass meine Mutter kommen konnte, die für uns einkaufen geht und alles mitbringt auf das wir Appetit haben (ist gerade nicht so viel) nochmal mit den Kindern zum Arzt fährt, Tee und Hühnersuppe kocht und die Minimaus hätschelt wenn wir nicht mehr können.
Wir sind nicht ganz allein in einem fremden Land ohne zu wissen was mit unserer Familie ist oder gar zu wissen, dass es einige nicht geschafft haben... Wir müssen auch nicht froh sein, überhaupt etwas zu essen zu haben oder in Läden einkaufen wo uns keiner versteht und wir nicht lesen können was sich in den tausend bunten Verpackungen verbirgt.
Wir sind alle traurig mit unserer Mittleren, die ihr Schullandheim verpasst. Aber sonst? Was ist schon eine Woche verpasster Schulstoff? Hey, unsere Kinder dürfen eine Schule besuchen nach deren Abschluss ihnen, zumindest theoretisch, alle Möglichkeiten der Welt offen stehen!
Wir müssen nicht hoffen, dass die Schulen in unserer Heimatstadt irgendwann wieder öffnen oder täglich bangen, ob unsere Kinder aus der Schule wiederkommen. Unsere Kinder müssen auch nicht vollkommen neu starten in einer Schule wo sie niemand versteht, wo wir nicht mit den Lehrern sprechen können um ihnen wenigstens sagen zu können, was unsere Kinder erleben mussten.
Ich habe einem Job der mir Spaß macht mit gerechter Bezahlung und einer Chefin die sagt "Mach dir keine Sorgen! Kurier dich erstmal richtig aus!"
Ich muss nicht Angst haben, dass der Job weg ist wenn ich einen Tag fehle, muss nicht schuften damit es für ein Leben von der Hand zum Mund reicht. Ich bin auch nicht in einem Land wo ich, aus welchen Gründen auch immer, dazu gezwungen bin untätig rumzusitzen und auf Mildtätigkeit anderer angewiesen.
Wir dürfen sogar in einem Land leben, wo selbst wenn hier niemand eine Arbeit hätte, trotzdem normalerweise alle anderen Punkte zutreffen!

Ja, wir sollten dankbar sein, dass es uns so gut geht, gerade wenn es in einem Bereich gerade schlecht ist. Aber wir haben das nicht mehr verdient als andere Menschen. Es ist Glück, dass wir in einem solchen Land leben dürfen, es ist nichts worauf man stolz sein könnte oder was uns gar wertvoller macht als andere!

Und sicher habe ich noch viel vergessen...
Wofür seid ihr dankbar?

Ich wünsche euch einen schönen Start ins Wochenende!

Alles Liebe,
Lisa

Samstag, 3. Januar 2015

Unser 2014 und wie es wohl weiter geht?

Viel gepostet habe ich 2014 ja nicht...
aber natürlich nicht, weil so wenig passiert ist,
sondern im Gegenteil, es war einfach zu wenig Zeit!

Das allerbeste was bei uns im letzten Jahr passiert ist
war natürlich die Geburt unserer kleinen Sophie!

Sie ist wirklich ein richtiger kleiner Sonnenschein,
jeden Morgen wacht sie schon fröhlich auf und strahlt.
Sie ist auch sehr aufgeschlossen und freundlich,
jeder bekommt ein Lächeln von unserem kleinen Engel.


Am 24.12. ist sie genau acht Monate alt geworden.
Und das war auch der Tag, an dem ich schon ein
halbes Jahr Arbeit hinter mir habe - an meiner neuen Arbeitsstelle.
Und darüber bin ich auch immer noch sehr froh.
Die Arbeit macht so viel Spaß und das Team ist toll.

Aber natürlich möchte ich so viel von meiner Freizeit
wie nur möglich mit der kleinen Maus verbringen.

Deshalb ist natürlich nicht mehr besonders viel Zeit für Hobbies übrig,
was auch nicht schlimm ist - ich will ja meine Zeit so verbringen,
aber hier wird es wohl auch noch eine Weile eher selten 
etwas zu sehen und lesen geben.

Für uns war 2014 ein rund um gutes Jahr,
auch wenn es so ungewiss begann und wir anfangs gar nicht wussten
wie es weiter gehen wird wenn erst mal das Baby da ist,
es hat sich alles zum Besten gewendet.
Auch wenn meine Schwester so weit weg, bis an die Nordseeküste, gezogen ist,
und wir sie und ihre Familie sehr vermissen!
Aber in unseren Herzen haben wir uns nicht weiter voneinander entfernt!
Ich bin so froh, eine so tolle Familie zu haben.

Und so sind wir auch in das neue Jahr sehr zuversichtlich gestartet!
Es wird sicher wieder sehr viel spannendes passieren.

Ich wünsche Euch für das neue Jahr
alles Liebe, Gute und Schöne!

Danke, dass Ihr mir treu bleibt,
auch wenn ich selten von mir hören lasse!

Alles Liebe,
Lisa